Archiv vom Mai, 2011:
An das Publikum von Kurt Tucholsky

Eines meiner Lieblingsgedichte. : ) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ An das Publikum (1931) von Kurt Tucholsky O hochverehrtes Publikum, sag mal: Bist du wirklich so dumm, wie uns das an allen Tagen alle Unternehmer sagen? Jeder Direktor mit dickem Popo spricht: “Das Publikum will es so!” Jeder Filmfritze sagt: “Was soll ich machen? Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!” Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht: “Gute Bücher gehn eben nicht!” Sag mal, verehrtes Publikum: Bist du wirklich so dumm? So dumm, daß in Zeitungen, früh und spät, immer weniger zu lesen steht? Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein; aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein; aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn könnten mit Abbestellung drohn? Aus Bangigkeit, es käme am Ende einer der zahllosen Reichsverbände und protestierte und denunzierte und demonstrierte und prozessierte… Sag mal, verehrtes Publikum: Bist du wirklich so dumm? Ja dann… Es lastet auf dieser Zeit der Fluch der Mittelmässigkeit. Hast du so einen schwachen Magen? Kannst du keine Wahrheit vertragen? Bist also nur ein Griesbrei-Fresser-? Ja, dann… Ja, dann verdienst dus nicht besser
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Hier nun der zweite und letzte Teil zur Strecke Vacha-Unterbreizbach. Die meisten Aufnahmen entstanden am Ort Räsa, wo sich ein schöner Blick auf die Siedlung, das Kalibergwerk Unterbreizbach sowie die große Abraumhalde vom Werk Hattorf bieten. Die Aufnahmen entstanden an zwei verschiedenen Tagen und die 232 hatten wieder ordentlich zu tun. Anfang 2000 war die neue Anbindung an Heringen bereits betriebsbereit, womit der Gesamtverkehr über Vacha zum Erliegen kam, die Abbestellung des Personenverkehres zwischen Vacha und Bad Salzungen nahm jeglichen Verkehr von der Strecke.
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Kurt Tucholsky „An das Publikum”
Rezitation: André Jung Text: O hochverehrtes Publikum, sag mal: bist du wirklich so dumm, wie uns das an allen Tagen alle Unternehmer sagen? Jeder Direktor mit dickem Popo spricht: »Das Publikum will es so!« Jeder Filmfritze sagt: »Was soll ich machen? Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!« Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht: »Gute Bücher gehn eben nicht!« Sag mal, verehrtes Publikum: bist du wirklich so dumm? So dumm, dass in Zeitungen, früh und spät, immer weniger zu lesen steht? Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein; aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein; aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn könnten mit Abbestellung drohn? Aus Bangigkeit, es käme am Ende einer der zahllosen Reichsverbände und protestierte und denunzierte und demonstrierte und prozessierte … Sag mal, verehrtes Publikum: bist du wirklich so dumm? Ja, dann … Es lastet auf dieser Zeit der Fluch der Mittelmäßigkeit. Hast du so einen schwachen Magen? Kannst du keine Wahrheit vertragen? Bist also nur ein Grießbrei-Fresser –? Ja, dann … Ja, dann verdienst dus nicht besser. Bilder Spitzweg, Carl: Das Schulmeisterlein auf dem Steg Spitzweg, Carl: Das Ständchen Spitzweg, Carl: Der Antiquar Spitzweg, Carl: Der Bücherwurm Spitzweg, Carl: Der Liebesbrief Spitzweg, Carl: Der Lieblingsplatz
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2002 kam es im Bundesrat zum Eklat bei der Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz. dabei zeichnete sich ein Patt ab, so dass es auf die Stimmen des Landes Brandenburg ankam. Die dort regierende große Koalition aus SPD und CDU hatte generell vereinbart, sich bei mangelnder Einigung im Bundesrat der Stimme zu enthalten. Dies hätte das Gesetz blockiert. Der Ministerpräsident Manfred Stolpe hatte deutlich gemacht, dass er davon abweichen und Widerspruch von anderen Ministern seines Kabinetts nicht dulden werde. CDU-Minister, die zugleich als Bundesratsmitglieder für die Brandenburgische Regierung bestellt waren, standen vor dem Dilemma die Regierungskoalition zu gefährden bzw. ihre spontane Abbestellung durch den Ministerpräsidenten zu provozieren oder das ungewollte Gesetz passieren zu lassen. Das Bundesratsmitglied Jörg Schönbohm (CDU) hatte sich daher entschlossen — in Absprache mit anderen Bundesratsmitgliedern CDU-regierter Länder namentlich Peter Müller und Roland Koch — einmalig in Dissens zu stimmen und danach sich nicht eindeutig zu äußern, während die anderen Mitglieder für ihn appellieren. Nachdem der Bundesratspräsident das Ergebnis der Stimmabgabe als pro Zuwaderungsgesetz wertete, kam es im Bundesrat zu lautstarken Protesten der CDU Minister.
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